Die Symptome des Multiplen Myeloms

Knochenprobleme:

Knochenschmerzen und/oder -brüche sind oft die ersten Symptome beim Multiplen Myelom. Myelomzellen produzieren Stoffe, welche knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) stimulieren und knochenaufbauende Zellen Osteoblasten) hemmen, was zu einer „Auflösung“ der Knochensubstanz führen kann. Erfolgt die Knochenauflösung lokal, erscheint der Schaden in einem Röntgenbild oder bei einer Computertomographie (CT) als dunkler Fleck und vermittelt den Eindruck eines “Lochs” im Knochen. Diese Löcher und/oder die Knochenschwäche verringern die Stabilität des Knochens und führen so zu vermehrten Knochenbrüchen. Myelomherde sind bei einer kernspintomographischen Untersuchung als fokale Läsionen zu erkennen. Außerdem kann sich die Erkrankung auch durch diffusen Befall des Skelettsystems manifestieren.

Hyperkalziämie:

Wird Knochensubstanz aufgelöst, wird vermehrt Kalzium aus dem Knochen freigesetzt. Daraus können hohe Kalziumkonzentrationen im Blut resultieren. Diese Hyperkalziämie kann gefährlich sein und z.B. ein Nierenversagen, starkes Unwohlsein sowie Verwirrtheit auslösen.

Anämie:

Durch die unkontrollierte Vermehrung maligner Plasmazellen im Knochenmark können die blutbildenden Stammzellen, die rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutblättchen im Knochenmark produzieren, unterdrückt werden. Dies kann zu einer Anämie (Blutarmut) führen, die sich durch eine verstärkte Erschöpfungssymptomatik erkennbar macht.

Leukopenie:

Das Immunsystem ist bei PatientInnen mit Multiplem Myelom durch einen Mangel an gesunden weißen Blutkörperchen (“Leukozyten”) geschwächt (“Leukopenie”). Das erhöht die Infektionsgefährdung. Eine Verminderung von Blutplättchen (Thrombozytopenie) - erkennbar an vermehrten und spontanen Blutungen - geht ebenfalls durch die Vermehrung von malignen Plasmazellen mit Verdrängung von gesundem Knochenmark einher.

Quellen:

Patienten-Handbuch Multiples Myelom - 2017; Überarbeitete und ergänzte Auflage August 2017 mit Unterstützung der Plasmozytom-Selbsthilfe Rhein-Main Wiesbaden und Myelom Deutschland e.V und unter Mithilfe von Herrn Prof. Dr. Jens Hillengaß, Herrn PD Dr. Dr. Dipl.-Phys. Dirk Hose, Herrn PD Dr. Marc-Steffen Raab, Frau Dr. Uta Bertsch, Frau PD Dr. Ute Hegenbart, Herrn Dr. Marc-Andrea Bärtsch, Herrn Dr. Elias K. Mai und Herrn Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt; Sektion Multiples Myelom, Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) und Plasmozytom-Selbsthilfe Rhein-Main; Stand 2017

 

Der blaue Ratgeber: Plasmozytom – Multiples Myelom, Antworten, Hilfen, Perspektiven; Deutsche Krebshilfe; Stand 2011

 

Li Peiwein et al.; Chinesische Medizin in der Onkologie – Konstitutionelle Unterstützung und Begleittherapie; Verlag URBAN & FISCHER, 1. Auflage 2007

 

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